DatenFLUT Leseprobe
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Extrakt
1
Information ist gespeicherte Ordnung, die von
lebender Materie erzeugt
und genutzt wird, also von Pflanzen, Bakterien, Tieren, Pilzen und
Menschen.
2
Lebende Materie existiert nur in energie-entwertenden Fließgleichgewichten.
Nach dem heutigen Wissensstand gilt das ausnahmslos für alle bekannten
Formen der lebenden Materie, für Einzelorganismen ebenso wie für
gesellschaftliche Strukturen, die von Individuen gebildet werden.
3
Sämtliche Fließgleichgewichte der lebenden Materie tendieren unablässig zum Zerfall, zur Auflösung der vorhandenen Ordnung.
4
In der Physik wird der jeweils erreichte Grad der Unordnung in einem
begrenzten Raum mit einer eigenständigen, messbaren Größe
gekennzeichnet. Das ist die Entropie.
5
Entropie-Änderungen sind messtechnisch in allen geordneten
physikalischen Strukturen nachweisbar, die in irgendeiner Weise an
Energie-Ausgleichsprozessen oder an Energie-Umwandlungsprozessen
teilnehmen.
6
Biologische Einzelorganismen und daraus zusammengesetzte
gesellschaftliche "Organismen" sind hochgeordnete physikalische
Strukturen, die ständig Energie-Umwandlungen zur Aufrechterhaltung
ihrer Fließgleichgewichte ausführen.
Sie unterliegen daher in besonders hohem Maße dem unablässigen Drang der Natur nach Ordnungszerfall (dem Entropiegesetz).
7
Ein wirksames Mittel der lebenden Materie, um ihren fortwährenden
Ordnungszerfall aufzuhalten und zurückzudrängen, ist Information.
Genau dafür werden die genetischen Informationen in sämtlichen
Körperzellen benötigt, ebenso wie die mentalen in unseren Gehirnen und
die technischen in unseren Geräten.
8
Im Unterschied zum Entropiegesetz, das permanent neue Unordnung
zugunsten gleichmäßiger Verteilungen erzeugt, kann mit Hilfe von
Informationen alte Ordnung im Sinne ungleichmäßiger Verteilungen
beibehalten bzw. wiederhergestellt werden.
9
Makroskopischer Ausgleich durch mikroskopisches Mischen heißt die universelle Devise des Entropiegesetzes.
Die von diesem Gesetz erzeugte Unordnung ist die strengste Ordnung, die
sich denken lässt: Die "einwertige" Ordnung der flüssigen Ebene.
Im Unterschied dazu setzt jede beliebige Information die Aufrechterhaltung einer mindestens zweiwertigen Ordnung voraus.
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Im ständigen Kampf gegen die fortwährende Durchmischung der Natur muss
die lebende Materie unablässig eigene und fremde Materie zu
Informationszwecken okkupieren, d.h. in bestimmter Weise ordnen und
dafür sorgen, dass diese (mehrwertige) Ordnung erhalten bleibt.
Nur so kann die lebende Materie ihre eigene Existenz und Weiterentwicklung absichern.
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Jede Information basiert somit auf einem Okkupationsvorgang, der von Lebewesen ausgeht.
12
Die lebende Materie kann den Kampf mit dem (hirnlosen) Entropiegesetz
nur bestehen, wenn sie möglichst mehr Informationen verarbeitet, als
eigentlich erforderlich wäre.
Jedes noch so geringe Defizit an Informationen kann schon im nächsten
Augenblick zur tödlichen Gefahr eskalieren. Das gilt auf freier
Wildbahn ebenso wie im Straßenverkehr.
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Der ständig notwendige Überschuss an Informationen hat auch die
Evolution der lebenden Materie auf unserem Planeten geprägt und bei
einigen ihrer Spezies zur Herausbildung von Einzelgehirnen geführt,
also zu speziellen Organen für die Informationsspeicherung und
-verarbeitung.
---- usw. bis 32 ----
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